Membranverfahren für die Herstellung von Wasser für Injektionszwecke (WFI) gelten als besonders energieeffizient.
Wichtigste Erkenntnisse
- WFI ist unverzichtbar für parenterale Anwendungen; kann mittels Destillation oder Membranverfahren hergestellt werden
- Kritischer Startpunkt beim Membranverfahren: passgenaue Vorbehandlung des Eingangswassers mit konsequentem Hygienic Design
- Enthärtung als zentraler Schutz vor Ablagerungen; regelmäßige Sanitisierung essenziell
- Kernprozess: Umkehrosmose, Elektrodeionisation und Ultrafiltration
- Kontinuierliches Monitoring: entscheidend für Compliance, Effizienz und nachhaltigen Betrieb
Als Ausgangsstoff für Injektionslösungen für die parenterale Anwendung ist WFI unerlässlicher Bestandteil pharmazeutischer Anwendungen. Dafür wird Trinkwasser von Inhaltsstoffen wie Keimen, Ionen und Endotoxinen befreit. Die zulässigen Grenzwerte sowie die dafür zugelassenen Reinigungs- und Aufbereitungsprozesse sind in den jeweiligen nationalen Pharmakopöen festgeschrieben. Neben der klassischen Destillation ist mittlerweile auch das deutlich energieeffizientere Membranverfahren in allen weltweit wesentlichen Pharmakopöen spezifiziert. Um den strikten Anforderungen gerecht zu werden, sind sowohl bei der Installation als auch im Betrieb verschiedene Kernpunkte zu beachten.
Prozessschritte auf einen Blick
- Vorbehandlung
- Enthärtung
- Sanitisierung
- Umkehrosmose
- Elektrodeionisation
- Ultrafiltration
- Kontinuierliche Überwachung
Erster Schritt: Vorbehandlung
Die Vorbehandlung entfernt Inhaltsstoffe aus dem Wasser, die die nachfolgenden Membranen schädigen oder Ablagerungen bilden könnten. In Abhängigkeit der vorliegenden Wasserinhaltsstoffe lassen sich verschiedene Verfahren kombinieren: Diverse Filtrationsstufen eignen sich zur Entfernung größerer Partikel, während organischer Kohlenstoff (TOC) mittels Aktivkohle und Mikroorganismen durch oxidative Chemikalien oder UV-Strahlung entfernt beziehungsweise inaktiviert werden.
Die individuelle Auswahl der Vorbehandlungsschritte und ihrer Reihenfolge sollte stets in Absprache zwischen Planer, Ausrüster und Betreiber erfolgen. Dabei sind zur Verminderung einer potenziellen Verkeimung von Anfang an Grundlagen des Hygenic Designs anzuwenden – von den richtigen Materialien über eine definierte Oberfläche und totraumarme Verarbeitung bis hin zu kontinuierlichem Durchfluss bei turbulenten Strömungsverhältnissen.
Fokus auf Sanitisierung
Die auf die Vorbehandlung folgende Enthärtung des Trinkwassers verhindert, dass sogenannte Härtebildner wie Kalzium oder Magnesium unlösliche Verbindungen im Wasser eingehen. Alternativ lässt sich die Löslichkeitsgrenze der Härtebildner mittels sogenannter Antiscalants erhöhen. Da Betreiber jedoch unter Umständen die erfolgreiche Entfernung aller Antiscalants aus dem Endprodukt nachweisen müssen, ist eine Enthärtung des Wassers mittels Kationen-Austauscherharze in den meisten Fällen empfehlenswerter.
Von der Enthärtung geht allerdings auch das größte Risiko einer Verkeimung des Pharmawassers aus. Daher ist eine Sanitisierung des Harzes während des Produktionsbetriebs mittels Chemikalien oder Heißwasser ratsam. Eine chemische Sanitisierung erfordert eine geringere Investition, ist allerdings weniger effektiv als eine vollautomatische Heißwasser-Sanitisierung, die während des Betriebs ohne manuelle Eingriffe durchgeführt werden kann.
Umkehrosmose, Elektrodeionisation und Ultrafiltration
Die anschließende Umkehrosmose reinigt Ionen ab und hält Partikel, Mikroorganismen und andere Inhaltsstoffe zurück. In Abhängigkeit der Wasserinhaltsstoffe kann die Anlage ein- oder zweistufig aufgebaut sein. Gelöstes Kohlendioxid wird bei der Umkehrosmose nicht zurückgehalten, kann jedoch durch zusätzliche Verfahren wie Membranentgasung im Stripluftbetrieb einfach und kosteneffizient entfernt werden.
Die kontinuierliche Elektrodeionisation ist eine Kombination von Membranverfahren und Elektrodialyse, mit der Werte von unter 0,2 µS/cm für die Leitfähigkeit im Produkt erreicht werden können. Nachgeschaltet folgt schließlich die Ultrafiltration, bei der Endotoxine und Bakterien abgeschieden werden, um vorgeschriebene Grenzwerte einzuhalten. Das entstandene Konzentrat kann anschließend zur Minimierung des Abwassers vor die Umkehrosmose rezirkuliert werden.
Kontinuierliche Überwachung
Um die Einhaltung der Grenzwerte bei den Mikroorganismen über alle Prozessschritte hinweg zu gewährleisten, ist eine optimale Anlagenauslastung essenziell. Der vielversprechendste Schutz gegen Verkeimung ist ein kontinuierlicher Betrieb. Ein modulares Anlagendesign mit Leistungsregelung ist deshalb sinnvoll, um auf geänderte Wasserbedarfe reagieren zu können.
Auch der jeweiligen Mess- und Überwachungsstrategie für Parameter im Produkt kommt eine Schlüsselrolle zu, etwa durch die kontinuierliche Überwachung des TOC-Gehalts im Wasser. Wenn nötig, können geeignete Filtrationsverfahren die Anlage ergänzen, um die Menge an TOC sicher bis zur Grenze biologischer Inaktivität des Wassers zu reduzieren. Eine regelmäßige Kontrolle des Transmembrandruckes und Integritätstests von Ultrafiltrationsmodulen geben zudem Auskunft über den Zustand der Filtermodule und die Wirksamkeit der Abscheidung von Keimen.
Partnerschaftliche Zusammenarbeit
Die Erfahrung zeigt: Wenn alle Schritte im WFI-Herstellungsprozess sorgfältig geplant, präzise aufeinander abgestimmt und konsequent überwacht werden, lassen sich sowohl Energiekosten deutlich senken als auch die Umweltbilanz nachhaltig verbessern. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei die Wahl eines kompetenten Partners. Diese Rolle nehmen wir gerne ein und bringen ein innovatives Anlagenkonzept, fundierte Prozessberatung und langjährige Praxiserfahrung mit Reinstmediensystemen in die Partnerschaft ein. Sprechen Sie uns an!